Eindrücke: St. Lucia 2011

14.06.2011 | von Ulrich Fichtenberg

St. Lucia, Isla Bonita in der Karibik?!

Tatsächlich können wir dies nach unserem zweiwöchigen Aufenthalt auf der Insel so feststellen. Landschaftlich bietet die Insel eine große Vielfalt: im Landesinneren einen noch halbwegs intakten Regenwald mit Papageienvögeln und Kolibris,- letztere sind selbst in unserer Hotelanlage anzutreffen -, das in der Karibik ausgedehnteste Gebiet von Schwefelquellen, auf den vulkanischen Ursprung der Insel verweisend; an den Küsten finden wir gleißend weißsandige langgestreckte Sandstrände vor türkisblauem, mit 28 °C Badewasser-warmem Meer.

Das landschaftliche Highlight stellen definitiv die ca. 5 km von einander entfernten beiden Pitonberge dar, die sich an der Küste ca. 800 Meter aus dem Meer erheben. Man stelle sich zwei dreieckige große Zuckerhüte à la Feuerzangenbowle vor,- so spektakulär sind diese beiden Berge geformt. In der Flagge von St. Lucia werden die Pitons durch zwei Dreiecke repräsentiert. Die UNESCO hat diese Berge als Weltnaturerbe erklärt. Nicht umsonst befinden sich einige der besten (und teuersten) Hotels der Insel in Sichtweite der Pitons. Der Blick auf die zwischen den Pitons untergehende Sonne macht das Fehlen eines Sandstrandes mehr als wett.
Diesen bietet das Jade Mountain Hotel, mit ca. 800 Euro pro Person und Übernachtung wohl das teuerste Hotel auf der Insel. Es gehört übrigens dem deutschen Honorarkonsul Nick Troubetzkoy, der im benachbarten Ort Soufrière das Konsulat betreibt. Wie alle Häuser auf der Insel ist auch dieses sehr farbenfroh gestrichen: in schwarz-rot-gold horizontalen Streifen!
Noch spektakulärer ist der Blick vom “Ladera”: die Bar befindet sich mittig in gleichem Abstand zu den beiden Pitons: die Sonne geht genau zwischen den beiden Pitons unter. Hier läßt es sich in einer ca. 80 qm großen Villa bei ca. EUR 200 pro Person gut residieren.
Noch einfacher fällt die Entscheidung, wenn man bei der Buchung im Reisebüro das tägliche Dinner kostenfrei als surplus erhält.
Denn das muss man wissen: in den hochpreisigen Hotels ist solch ein Essen mit ca. US Dollar 80 zu kalkulieren.
Nahe Soufrière befinden sich neben den bekannten Schwefelquellen des “Drive-In-Vulkans” auch ein interessanter botanischer Garten mit einem bemerkenswerten Wasserfall, unter dem man sich abkühlen kann. Diese Sehenswürdigkeiten sollte sich auch der renitenteste Strand-Fan nicht entgehen lassen!

Eine gute Nachricht: der europäische Verbraucher profitiert von der Wirtschaftskrise in den USA. Der Einbruch im touristischen Sektor ist unverkennbar. In den letzten Jahren mussten viele Hotels mangels Gästen schließen. Man erinnert sich, dass es auch außerhalb der USA Personen geben könnte, die an einem Aufenthalt auf St. Lucia interessiert sein könnten. Und, – hochinteressant für die Hoteliers -, die Gäste aus Europa würden wegen eines größeren Zeitbudgets an Urlaubstagen und auch wegen der wesentlich längeren Anreise gerne länger bleiben als die US-Amerikaner mit ihrer Standard-Urlaubswoche.
Gerade die Hoteliers an der Rodney Bay versuchen mittlerweile Kunden aus dem europäischen Markt zu generieren. Als sich die Amerikaner im zweiten Weltkrieg an der Rodney Bay ihren militärischen Stützpunkt einrichteten, und diesen dann auch für die militärische Invasion auf Grenada in den 1980er Jahren nutzten, wurde dieser Ort “amerikanisiert”: man hat den Eindruck, man befindet sich in Rodney Bay in einem Ort in Florida. Zwei große amerikanische Supermärkte, viele Apartmentanlagen, viele Pubs, die rund um die Uhr Getränke und “Burgers” anbieten, nach floridianischen Vorbildern erbaute Villen mit den dazugehörigen großmotorigen Fahrzeugen, eine für Florida typische Marina mit Segel- und Motor-Yachten. Kein Wunder, dass sich gerade hier der US-amerikanische Urlauber besonders wohl fühlt. Nur die hier sehr dunkelfarbige Bevölkerung sowie die hier wie überall auf der Insel unüberhörbaren Reggae-, Merengue- und Limbo-Rhythmen verweisen auf St. Lucia.
Dieses Gefühl der “Bekanntheit” schafft auch ein Gefühl der “Sicherheit”, Auch beim europäischen Gast! Neben den bereits erwähnten, sehr exklusiven Hotels um Soufrière herum, hat sich um die Rodney Bay ein weiteres touristisches Zentrum herausgebildet mit mehr als 30 Hotel- und Appartementanlagen im mittleren und gehobeneren Preissegment sowie einer Vielzahl von Restaurants und Pubs.
Für den deutschen Gast, der gerne direkt am Meer seinen Urlaub verbringt, sind folgende fünf Hotelanlagen interessant, direkt gelegen am bekannten weißsandigen Reduit Beach: Das Sandals Grand mit 6 Sternen und das danebenliegende “Landings”, 5 Sterne, mit eigener Marina sind gerade einmal 3 Jahre alt und bieten alle erdenkliche Erholungs-Möglichkeiten. Die Gäste dieser Resorts werden allerdings einen Kulturschock erhalten, sofern sie die Hotels verlassen: direkt nebenan liegt Gros Illet: ein Fischerdorf, wie es typischer kaum sein kann. Die anderen beiden Resorts sind das Royal St. Lucian und das Schwesterhotel Rex St. Lucian.
Beide Häuser sind mittlerweile fast 20 Jahre alt. Nach umfangreicher Renovierung ist das Royal berechtigterweise wieder mit 4 Sternen zu bewerten. Im Rex sind bisher nur ein Teil der Zimmer renoviert (z.B. die am sehr schönen Garten ruhig gelegenen Zimmer des Gardenview-Flügels). Diese Hotelanlage benötigt eine, – angeblich bald beginnende-, Generalrenovierung, und wird bis dahin als 3 Sterne Resort kategorisiert. Beide Häuser haben sich stark auf die europäische, bisher hauptsächlich britische, Klientel ausgerichtet. So werden alle bekannten Verpflegungsformen bis hin zu All-inclusive zu wirklich günstigen Preisen angeboten. Es ist wirklich überraschend, wieviel tagsüber und auch abends getrunken wird! Auch wegen des sehr netten Service ist das Hotel nach der Renovierung unbedingt zu empfehlen!

Als im Aufbau begriffenes touristisches Zentrum ist die Marigot Bay zu nennen mit ca. 5 Hotels, vom Gästehaus bis zum Luxushotel. Die Holzfassade nett gestrichen, gruppieren sie sich um die türkis blinkende Bucht mit einem gegenüberliegenden traumhaften Sandstrand, der sich um eine Halbinsel schmiegt. In der Marina kann der wohlsituierte Segler eine der dort liegenden 30 Yachten mieten. Allerdings: kaum Einheimische leben dort, die Touristen sind dort unter sich.
Wieder einige Kilometer weiter: Anse la Raye! Fischer leben dort in sehr einfachen Holzhäusern.
“Do you want to see my Boa?”. Dieses Angebot eines Fischers, der die voluminöse Schlange aus seinem Rucksack kramen wollte, lehnten wir dankend ab…!

Last but not least: die Hauptstadt Castries! Hier treffen dann Gegensätze bei Touristen und Einheimischen wirklich zusammen. Die Touristen, die den Ort bei den Landgängen ihrer angedockten wolkenkratzergroßen Kreuzfahrtschiffe überschwemmen und hauptsächlich in die beiden großen, (natürlich) amerikanisch aufgebauten Einkaufszentren geschleust werden.

Die Einheimischen, welche in Castries arbeiten und dann ab Freitag Nachmittag in das Wochenende mit einer großen Party bei viel Rum und noch mehr Musik hineinfeiern.
Wichtig: (Karibische) Musik sollte man schon lieben, wenn man auf die Insel fährt. Selbst aus der kleinsten Hütte dringen einem karibische Rhythmen mit mindestens 100 Watt (pro Box!) entgegen.

Touristen und Einheimische finden sich gemeinsam auf dem großen Markt ein, der gleichermaßen die alltäglichen Bedürfnisse des Einheimischen als auch die des Touristen (Souvenirs) befriedigt.

Eine sehr gute Möglichkeit, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen, bietet die Fahrt mit dem öffentlichen (Mini)bus von Castries ausgehend zu fast jedem Inselort.
Gegenüber einer Wagenmiete von mindestens 50 US-Dollar/Tag zahlt man bei einer Busfahrt umgerechnet maximal 5 Euro/Strecke. Der ca. 15-sitzige Bus fährt los, wenn er voll ist.
Die 10 km lange Strecke von der Rodney Bay nach Castries ist wohl die am meisten befahrene Busstrecke der Welt: mehr als 60 Busse sind hier unterwegs!

So, ich hoffe, der geneigte Leser hat einen guten Eindruck von dieser faszinierenden Insel erhalten:
St. Lucia is waiting for you!

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